Kloster in Nienhagen

Das Nienhäger Kloster hatte nur zehn Jahre Bestand. 1227 verstarb der Ehemann der Klostergründerin Herzogin Agnes. Als Horzoginwitwe wollte sich Agnes nunmehr aus dem weltlichen Bereich zurückziehen und ins Kloster gehen. Das Kloster Nienhagen, damals dort gelegen, wo heute die katholische Kirche steht, hatte aber eine feuchte Umgebung. Das Kloster wurde von Wassermücken und "allerhand gifftigen Würmern" belästigt, berichtet die Wienhäuser Chronik. So sollen in den 10 Jahren sieben Nonnen gestorben sein. Agnes wollte es deshalb an einen anderen Ort verlegen. Den passenden Ort - nämlich Wienhausen - hatte Sie 1231 gefunden.

Vom Klosterstandort zeugt heute noch die Straßenbezeichnung "Klosterhof" für die kleine Siedlung an der Aue und rund um die katholische Kirche und die Flurbezeichnung "Nonnenwiese".


Das Hagen-Dorf Nienhagen

Die Gemeinde Nienhagen ist ein sogenanntes Hagen-Dorf, das vor mehr als 750 Jahren gegründet wurde. Gründerin war Herzogin Agnes, die einen Teil des herzoglichen Eigenwaldes aus der Landesallmende, dem herzoglichen Grundbesitz, an Neusiedler zur Rodung und späteren Bewirtschaftung freigab. Diesen Siedlern wurde das "Hagenrecht" verliehen. Das "Hachthyng tom Nigenhaghen" wird urkundlich erstmals im Jahr 1437 erwähnt. Das Hagenrecht" ist als Gerichtszuständigkeit zu werten, an der alle "ins Hach gehörigen" Leute zu beteiligen waren. Die "ins Hach gehörigen" Leute kamen einmal im Jahr, und zwar am ersten Montag nach Michaelis (29. September) auf dem Hachmeisterhofe zur Beratung zusammen.

Der Hachmeister führte ein Brücheverzeichnis, aufgrund dessen die Rechtsangelegenheiten verhandelt wurden und eine verbindliche Entscheidung erging. Im Anschluss an den Hangengerichtstag fand schon in alter Zeit eine Feier statt, die durch das "Mahlzeitgeld", welches neben dem Hachzins eingesammelt wurde.

Hagengerichte fanden also ab 1748 zwar nicht mehr statt (die Streitigkeit waren vor dem Amt in Eicklingen auszutragen), die "Hägerleute" hielten jedoch an ihrem alten Brauch fest, ihren Hachefestschmaus mit nachfolgendem Tanz abzuhalten.

Die Gemeinde Nienhagen veranstaltet in bewährter Zusammenarbeit mit den ortsansässigen Vereinen, Verbändenm den Kirchengemeinden und der Schule alljährlich ihr tradionelles Hachefest. Die alte Tradition wird also lebendig erhalten, was sich besonders in der Aufführung der Hachetänze wiederspiegelt.

 

(Quelle: Celler Kurier 2002)


Höfner und Kötner

Die Höfnerhöfe unterschieden sich von den Kötnerhöfen durch ihre flächenmäßige Größe und die vermehrten Anrechte im Wald (Schweinemast, Bauholznutzung, Feuerholz). Die Höfner hatten aber für ihre größeren Rechte im Verhältnis zu den Kötnern insgesamt auch größere grundherrliche Lasten und Abgaben zu tragen. In Kriegszeiten oder anderen schlechten Zeiten trug der Höfner ein größeres Risiko als der Kötner, weil er mitunter nicht dazu kam, seine wirtschaftlichen Möglichkeiten voll auszunutzen. Mancher Bauer mag daher mit seinem Wirtschaften als Kötner zufrieden gewesen sein. Nach dem Register des Amtes Zelle zahlen die Nienhäger dem Herzog vier Mark Bedegeld für "6 Hoffe" und "15 Kothen". Zu dieser Zeit gab es in Bröckel noch keine Höfner. Im 16. Jahrhundert verfestigten sich dann die Unterschiede zwischen dem Höfner und dem Kötner derart, daß es nicht mehr möglich war, einen Höfnerhof neu zu begründen, so daß es innerhalb der Bauernschaft zu einer begrifflichen Ausformung der zwei Klassen von Bauern kam.

(Daß die Höfner als Bauernklasse allgemein als älteste Bauernklasse angesehen werden, darf nicht zur Annahme führen, daß die sechs Nienhäger (Voll-)Höfner vor den Kötnern siedelten. Im 13. Jahrhundert sind historisch schon beide Klassen von Bauern vorhanden. Nienhagen entsteht ja in dieser Zeit. Erst 15. Jahrhundert schließen sich die Bauern, die gleiche Merkmale haben (Größe des Landbesitzes, Steuerkraft) zu einer sich immer stärker abschließenden Klasse zusammen, d.h. die Klassenzugehörigkeit gewinnt zunehmend an Exklusivität).

Köt(h)ner:

Die Köthner, Kötner oder Kätner ließen sich in Voll-, Mittel- und Halbköthner oder auch Groß- und Kleinköthner unterscheiden. In Bezug auf Schwachhausen findet sich nur die einfache Bezeichnung "Köthner". Das liegt vermutlich daran, dass das Dorf sehr überschaubar war und keine Unterscheidung der Hofgrößen vorgenommen werden musste um zu wissen von welchem Bauern die Rede war. Die Köthner bewirtschafteten Flächen zwischen 2 - 30 Morgen. Der Wortursprung wird im Begriff "Kate" gesehen - einem kleinen, bewohnbaren Haus. Die Köthner verrichteten meist auf dem zugehörigen Gut Erntedienste und Spanndienste.
Das Land welches sie bewirtschafteten gehörte häufig durch Zuweisung oder Besitz ihnen selbst.

Höfner:

Auch bei den Höfnern lässt sich in Voll-, Dreiviertel-, Halb- und Viertelhöfner unterscheiden. Diese Bauern besaßen meist ganze Höfe (Vollhöfner) und hatten nach dem Gutsherren die größte lokale Macht. Ihre Ansiedlung geht bis zur ersten Siedlungsstufe (nach Pröve) zurück. Die Höfner waren häufig auch Gutsverwalter oder Großknechte - unterstanden also direkt dem Gut.

 

Auszug aus dem Register des Amtes Zelle, 1482 - 1492

Dorf / Zahl der Höfe / Abgaben in Mark

 

Bocelskampe / 7 1/2 Hoffe, 13 Kothen / 3 Mark

Flackenhorst / 2 1/2 Hoffe / 1 Mark

Schned Ekeling / 8 Hoffe darunter 2 halbe Hoffe, 13 Kothen / 3 Mark

Ekeling vor den Bolen / 6 Hoffe, 21 Kothen / 5 Mark

Sandlingen / 4 Hoffe, 4 Kothen / 2 Mark

Schepelße / 3 Hoffe, 1 Kothen / 1 Mark

Nordborch / 3 Hoffe darunter sein 4 halbe Hoffe / 1 Mark

Offensen / 1 1/2 Hoffe, 15 Kothers / 4 Mark

Broekel / 44 Kothers. hir sein keine Hoveners. Aber im fal der noch kommen sie wollen 10 Mar. ausmachen / 10 Mark

 

Quelle:

Nienhagen, Jürgen Gedicke, Geschichte eines niedersächsischen Hagendorfes Band I

FoundPlaces, Hendrik Altmann